Die Besonderheit von RAID Systemen

RAID ist die Kurzform von Redundant Array of Independent Disks. RAIDs speichern demnach große Datenmengen auf vielen unabhängigen kleinen Festplatten. Ursprünglich galt dies als sehr günstige Lösung. Heute weiß man die weiteren Vorteile der Speicherung von Daten auf mehreren unabhängigen Festplatten deutlich mehr zu schätzen. Allerdings entstand das RAID-System tatsächlich aus Kostengründen.

Ein gewöhnlicher PC benötigt nur einen Bruchteil des Speicherplatzes, den große Computersysteme beanspruchen. Früher mussten deshalb Festplatten hergestellt werden, die genügend Speicherkapazität gewährleisten konnten. Das Problem war der Preis, denn eine Dateneinheit auf einer solch speziellen Festplatte verursachte sehr viel höhere Kosten als eine Dateneinheit, die auf einer PC-Festplatte gespeichert wurde.

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Die Idee eines RAID-Systems war naheliegend: Mehrere PC-Festplatten wurden miteinander verbunden und ersetzten künftig die teure große Festplatte. Zusätzlich wurde eine Software entwickelt, die es erlaubte, die Datenspeicherung auf den einzelnen Festplatten gezielt zu steuern. Das RAID-System ist für die Verwendung großer Computersysteme ideal, da es kostengünstig ist und zugleich die benötigte Kapazität bietet.

Ein weiterer Vorteil des RAID besteht in der relativ hohen Datensicherheit. Zwar kam es zu Beginn häufiger zu Datenverlusten, wenn eine Festplatte ausfiel, diesem Problem konnte jedoch schnell durch eine Kopie jeder Datei abgeholfen werden. Die sogenannte mehrfache Datenspeicherung ermöglicht den Zugriff auf Dateien auch dann, wenn die Festplatte, auf der sie primär gespeichert wurde, ausfällt.

Die Gefahr liegt beim RAID oftmals woanders, nämlich beim Nutzer, der es verwendet. Die einzelnen Festplatten sind an einem Ort installiert und permanent miteinander verbunden. Werden durch einen Fehler Daten überschrieben, geschieht dies auf beiden Speicherplätzen. Die Kopie ist keine Form der ausreichenden Datensicherung! Eine komplette Zerstörung der Daten erfolgt deshalb häufig auch dann, wenn eine Festplatte physisch zerstört wird. Dennoch ist die Sicherheit der Daten bei RAID-Systemen sehr hoch.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Geschwindigkeit, mit der RAID-Systeme arbeiten. Hauptsächlich ist das sogenannte Striping dafür verantwortlich. Dabei werden die Dateien in Blöcke unterteilt und können so gleichmäßig auf alle angeschlossenen Festplatten verteilt werden.

Gängige RAID-Level

Es gibt unterschiedliche RAID Level, von denen sich einige durchgesetzt haben und entsprechend weit verbreitet sind. Die gängigen Level sind folgende:

RAID0: Hier werden die Daten abwechselnd auf mehreren Festplatten gespeichert. Der Zugriff auf die Daten ist bei diesem RAID-Level nicht mehr möglich, wenn auch nur eine einzelne Festplatte ausfällt. Dieses Level eignet sich deshalb eher als temporäre Speichermöglichkeit, zum Beispiel für Videomitschnitte. Für eine lange Speicherdauer wichtiger Daten ist das Level ungeeignet.

RAID1: Bei diesem Level besteht eine hohe Datensicherheit, da die Daten auf mehreren Datenträgern gespiegelt gespeichert werden. Selbst wenn alle Festplatten bis auf eine ausfallen, sind die Daten nicht verloren. Dieses Level ist nicht für eine Erweiterung der Kapazitäten geeignet, sondern um Redundanz zu erzielen.

RAID5/6: Auch bei diesem Level werden die Daten auf mehreren Datenträgen abwechselnd gespeichert. Hinzu kommt die Speicherung einer Prüfsumme bei RAID5 und zweier Prüfsummen bei RAID6. Ein Datenverlust erfolgt nicht, wenn eine Festplatte bei RAID5 und zwei Festplatten bei RAID6 ausfallen. Diese Level eignen sich zur Verbesserung der Redundanz, Kapazität und Performance. Sie kommen meist bei Server-Diensten zur Anwendung.

Ursachen für Datenverlust bei RAID-Systemen

Tritt bei RAID-Systemen ein Datenverlust auf, kann dies mehrere Ursachen haben. Dazu gehören logische Fehler der Datensysteme, aber auch mechanische und elektronische Fehler. Auch vom menschlichen Anwender verursachte Probleme sind – wie bereits erwähnt – möglich.

Schon bei einer Beschädigung der Tabelle im Masterbord können logische Laufwerke unter Umständen nicht mehr erkannt werden. Im Masterboot werden alle Partitionen zusammengeführt. Hier ist die Datenrettung meist einfach, da lediglich die MBR-Tabelle korrigiert werden muss, wenn die aktive Partition beim Booten nicht gefunden wird.

Es gibt natürlich auch Probleme, bei denen die Datenrettung deutlich schwieriger ist. Insbesondere, wenn Ordner und Dateien manuell zugeordnet werden müssen (data recovery), ist ein hoher Zeitaufwand vorhersehbar. Muss die Datenrettung auf einer physisch gestörten Festplatte erfolgen (Festplatte steht, Festplatte macht laute Geräusche), kommen häufig Recovery Programme zum Einsatz.

Besonders anfällig für schwere Datenverluste ist das RAID-System häufig dann, wenn es gewartet wird oder ein Austauschservice erfolgt. Häufig liegt dies auch an dem Irrglauben, dass das RAID-System Dateien doppelt sichert. Deshalb sollte niemals eine Datei überschrieben werden, wenn nicht feststeht, dass für diese ein funktionierendes Backup existiert.

Auch Wartungsverträge mit einem Hardware-Austauschservice verursachen immer wieder unbeabsichtigte Datenverluste, da die Festplatten, die für eine Datenrettung benötigt werden, oft schon zum Hersteller zurückgeschickt wurden.

Auch Firmware-Updates können zu Datenverlusten führen, ebenso wie das Austauschen von RAID-Controllern die Daten unlesbar machen kann. Die innere Logik eines RAID ist für Störungen sehr anfällig.

In jedem Fall sollte die Datenrettung ausschließlich von Fachleuten erfolgen. Hilfreich ist es immer, wenn Backups existieren und auf ihre Funktionsfähigkeit getestet sind. Auch alte Festplatten sollten aufbewahrt werden, bis alle notwendigen Daten nachweisbar im RAID vorhanden sind.

Datenverlust kann zudem folgende Ursachen haben:

– Blitzschlag
– Wasserschaden/Hochwasser
– Überspannung
– Überhitzung

Für eine erfolgreiche Datenrettung sollte schnellstmöglich ein Spezialist hinzugezogen werden.

RAID Datenrettung – (k)ein Problem?

Auch wenn RAID-Systeme als sehr sicher gelten, kann es, wie oben aufgeführt, zu ungewolltem Datenverlust kommen. Ob eine Datenrettung erfolgreich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unsere Spezialisten können in einer Vielzahl von Fällen Daten retten, auch, wenn andere Datenretter vielleicht keinen Erfolg hatten.

Es gibt also sehr wenige aussichtslose Fälle. Dennoch ist die Datenrettung gefährdet, wenn vor der Einschaltung eines spezialisierten Datenretters am System manipuliert wurde, Backups nicht vorhanden oder funktionsfähig und Festplatten zur Datenrettung nicht mehr verfügbar sind.

Die Empfehlung kann daher nur lauten, bei jedem noch so kleinen Problem mit RAID-Systemen, das einen Datenverlust zur Folge hat oder haben kann, sofort einen Datenrettungsexperten hinzuzuziehen. Meist kann dieser schon telefonisch wertvolle Hinweise geben, was in jedem Fall zu unterlassen ist, um einem weiteren Datenverlust vorzubeugen und die spätere Datenrettung nicht unnötig zu erschweren.

Auch bei geplanten Firmware-Updates, dem Austausch von RAID-Controllern und anderen Wartungsarbeiten ist es von Vorteil, gleich zu Beginn einen Datenretter ins Boot zu holen. So wird das Risiko eines Datenverlustes minimiert. Dies ist gerade bei Firmen wichtig, die auf den permanenten Zugriff auf ihre Daten angewiesen sind. Der kleinste Fehler kann das komplette System lahmlegen. In solchen Fällen muss die Datenrettung schnellstmöglich erfolgen, um hohe Verluste zu vermeiden.

Datenverluste vermeiden – so geht’s:

  • Vor jedem Firmware-Update einen Spezialisten hinzuziehen
  • Vor sämtlichen Austausch- und Wartungsarbeiten einen Fachmann kontaktieren
  • Stets ein aktuelles Backup bereithalten und für Funktionsfähigkeit sorgen
  • Alte Festplatten aufbewahren, bis die eventuell nötige Datenrettung abgeschlossen ist
  • Kein Überschreiben wichtiger Dateien, ein RAID-System ist kein Sicherungssystem!
  • Die Datenrettung so bald wie möglich beginnen
  • Alle für die Datenrettung notwendigen Infos (verwendete Software, Hardware etc.) bereithalten

In den allermeisten Fällen ist eine Datenrettung erfolgreich. Datenverluste sind zwar unangenehm, aber kein unlösbares Problem. Blinder Aktivismus verbietet sich hier von selbst, so verständlich er auch ist.

Ein Spezialist für RAID-Datenrettung erreicht in der Mehrzahl der Fälle, dass alle Daten wiederhergestellt werden können. Dies gelingt ihm am besten, wenn er gleich tätig werden kann und keine Eigenversuche vorgenommen wurden.