Wie funktioniert die Datenrettung?

Der erste Schritt der Datenrettung ist eine Fehleranalyse: Welches Problem hat überhaupt zum Datenverlust geführt – ein Hardwaredefekt der Festplatte oder ein Softwarefehler? Der zweite Fall wäre vorteilhafter, da ein Softwareproblem häufig einfacher, schneller und damit günstiger behoben werden kann. Spezielle Programme ermöglichen es, die verlorenen Daten zumindest in einem bestimmten Umfang wiederherzustellen.

Datenwiederherstellung bei nur teilweise verlorenen Daten

Sollten die Daten nicht komplett zerstört worden sein, sind im Idealfall keine weiteren Hilfsmittel als die speziellen Softwarelösungen nötig. Tatsächlich werden Daten, die vermeintlich gelöscht worden sind, faktisch nicht von der Festplatte entfernt, sondern lediglich ausgeblendet. Die Programme können diesen Schleier heben.

Fordern Sie jetzt Ihr Angebot zur Datenrettung an!

Ihr Speichermedium ist defekt? Wir analysieren Ihr Medium und senden Ihnen ein Angebot mit garantiertem Festpreis zur Datenwiederherstellung. zum Anfrage-Formular

Entscheidend ist allerdings, wie lange die Programme bereits verloren sind: Leistungsstarke Wiederherstellungssoftware kann Daten auch einige Tage nach dem Verlust retten. Bei Email-Postfächern ist eine Wiederherstellung oft bis zu 30 Tage nach dem Verlust möglich.

Datenwiederherstellung bei einem kompletten Datenverlust

Sind sämtliche Daten zerstört worden, sind technische Hilfsmittel in aller Regel unumgänglich. Der Rettungsspezialist muss in diesem Fall direkt an der Festplatte arbeiten. Dies geschieht in einem Reinraum, da dieser staubfrei ist. In der Festplatte selbst gibt es ebenfalls einen Bereich, der vollkommen staubfrei ist. Würde man nicht in einem Reinraum arbeiten, würde dieser Bereich des Speichermediums sofort in Mitleidenschaft gezogen werden.

Eine leistungsstarke Möglichkeit, die verlorenen Daten zu finden und wiederherzustellen, ist das sogenannte „Carving“. Hierbei wird der rohe Datenstrom der Platte ausgelesen: Der Spezialist sucht nun nach charakteristischen Merkmalen des verlorenen Datensatzes. Hierfür eignen sich die Kopfdatenstrukturen spezifischer Formate ebenso wie beispielsweise die sogenannte „magische Zahl“ (bezeichnet entweder ein Dateiformat oder einen Wert, der ein Register oder einen Speicherort markiert).

Sind Sequenzen der verlorenen Dateien gefunden, werden diese entweder in eine andere Datei übertragen oder es wird ein neues Dateisystem erstellt, dass die ursprüngliche Datei an Ort und Stelle aus den Sequenzen wiederherstellt.

Tipp: Festplatten speichern Daten in bestimmten Einheiten. Die kleinsten Sektoren sind 512 Bytes. Immer wieder werden Dateien allerdings nicht einheitlich, sondern fragmentiert in unterschiedlichen Speichereinheiten abgelegt. Dies kann sich negativ auf die Datenwiederherstellung auswirken, weshalb die Festplatte in regelmäßigen Abständen defragmentiert werden sollte.

Datenrettung bei einem Hardwareschaden

Liegt ein physischer Defekt vor, muss ebenfalls in einem Reinraum mit der Festplatte gearbeitet werden. Der Analyseprozess fällt wesentlich umfangreicher als bei der Datenwiederherstellung, die aufgrund eines Softwarefehlers nötig geworden ist, aus. Der Spezialist muss die Ursache des Defekts aufspüren und beseitigen.

Da in der Festplatte Micro-Bauteile zum Einsatz kommen und schon geringe Beeinträchtigungen dieser Elemente große Wirkungen haben können, nimmt dieser Prozess viel Zeit in Anspruch. Im Idealfall genügt die Reparatur der Festplatte, um die Daten zu retten. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen die Daten ebenfalls gesucht und anschließend rekonstruiert werden. Hierfür kommt erneut das Carving zum Einsatz.