Datensicherung

Mühsam erstellte Dateien sind plötzlich weg. Dies erleben Computernutzer immer wieder. „Halb so schlimm!“, sagen jene, die kurz zuvor ihre Dateien sicherten. Sie wissen: Sie sind in der Lage ihre Dateien schnell und einfach wiederherzustellen. Hingegen kann der überraschende Datenverlust jenen viel Zeit und Geld kosten, die keine Datensicherung vornahmen. Was ist eine Datensicherung?

Nicht das Gleiche: Datensicherung und Datenarchivierung

Der Begriff „Datensicherung“ bezeichnet das Abspeichern von Dateien auf externe Speichermedien. Sinn ist das Wiederherstellen der Ursprungsdateien im Falle eines Datenverlustes. Bei der Datensicherung wird vorausgesetzt, dass der Zeitraum zwischen dem Abspeichern und dem eventuellen Zurückspielen von Dateien kurz ist.

Durch die Kürze des Zeitraums unterscheidet sich die Datensicherung von der Datenarchivierung. Bei der Datenarchivierung ist der Zeitraum zwischen dem Abspeichern der Daten und einem eventuellen Wiedereinspielen lang. Oft beträgt er mehrere Jahre.

Datensicherung will gut geplant und wohl überlegt sein

Es existieren viele Möglichkeiten, um Dateien zu sichern. Welche im konkreten Einzelfall sinnvoll sind, hängt von den individuellen Anforderungen ab. Jene zu erfassen und aus ihnen ein gutes Datensicherungskonzept abzuleiten, ist für jede gute Datensicherung unabdingbar.

Was zeichnet ein gutes Datensicherungskonzept aus? Es beantwortet z.B. folgende Fragen:

  • Welchen Dateien sollen gesichert werden?
  • Mit welcher Methode sollen die Dateien gesichert werden?
  • Wie viel darf die Datensicherung kosten? Wie lange darf sie dauern?
  • Wann und wie oft ist eine Datensicherung notwendig?
  • Auf welchem Speichermedium sollen die Dateien gesichert werden?
  • Wo und wie lange sollten die gesicherten Daten aufbewahrt werden?
  • Wer soll die Datensicherung durchführen?

Anmerkungen, Tipps und Tricks zur Datensicherung

Auch wenn die richtigen Antworten auf diese Fragen vom Einzelfall abhängen, gibt es dennoch einige Faustregeln. Die folgenden Abschnitte stellen einige vor.

Für Betriebssysteme oder installierte Programme ist – abgesehen von Ausnahmen – keine Datensicherung notwendig. Was ist der Grund? Diese Art von Software läßt sich reparieren oder neu installieren. Selbst erstellte Dateien hingegen sind immer zu sichern. Sie ersetzt niemand.

Verschiedene Datensicherungsverfahren existieren. Sie sind auf verschiedene Weise klassifizierbar. Z.B. ist eine Einteilung nach dem Umfang der zu sichernden Dateien möglich. Sie führt unter anderem zu diesen Datensicherungsverfahren:

  • Volldatensicherung
  • Differentielle Datensicherung
  • Inkrementelle Datensicherung

Was hat es mit diesen Verfahren auf sich? Bei der Volldatensicherung werden zum Sicherungszeitpunkt alle zu sichernden Dateien auf ein externes Speichermedium gespeichert. Bei der inkrementellen Datensicherung werden nur die Dateien gespeichert, die sich seit der letzten Datensicherung geändert haben. In diesem Zusammenhang kann die letzte Datensicherung sowohl eine Volldatensicherung als auch eine inkrementelle Datensicherung sein. Bei der differentiellen Datensicherung werden alle Dateien gespeichert, die seit der letzten Volldatensicherung geändert wurden.

Außerdem wird zwischen manueller und automatischer Datensicherung unterschieden. Bei der manuellen Datensicherung stößt der Mensch die Datensicherung an, bei der automatischen ein Computerprogramm.

Auch eine Unterscheidung zwischen zentraler und dezentraler Datensicherung ist möglich. Die zentrale Datensicherung führt eine Person am zentralen IT-System durch, die dezentrale machen IT-Anwender.

Wie auch immer die Daten gesichert werden: Die Kosten für die Datensicherung dürfen nicht höher als Schäden und Wiederherstellungskosten sein, die ohne Datensicherung entstehen würden. Außerdem sollte die Zeit für das Wiederherstellen der Daten kleiner als die maximal zulässige Ausfallzeit sein.

Datensicherungen sollten sowohl periodisch (z.B. immer freitags) als auch ereignisabhängig durchgeführt werden. Beispielsweise empfehlen sich Volldatensicherungen, wenn große Datenbestände verändert wurden.

Daten werden auf verschiedenen Speichermedien gesichert. Privatanwender verwenden häufig CD-ROMs, DVDs, externe Festplatten, USB-Sticks oder Speicherkarten. Im professionellen Bereich kommen häufig schnelle Online-Speicher, Nearline-Speicher, Magnetbänder oder RAID-Systeme zum Einsatz.

Gesicherte Daten müssen an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Die Aufbewahrungsdauer hängt von verschiedenen Faktoren ab. Oft bestimmt sie der Dateninhalt.

In der Regel führen IT-Anwender, Systemverwalter und/oder Systemadministratoren Datensicherungen durch; eine Arbeit, die notwendig, aber nicht immer beliebt ist.