Vorteile von SAN

Wer besonders viel Speicherplatz bei überaus rasanten Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung benötigt, wird bei SAN-Systemen fündig. Diese arbeiten am Maximum dessen, was heutzutage in Unternehmen machbar und bezahlbar ist – kleinere Betriebe werden daher niemals auf SAN-Lösungen setzen.

Was ist ein SAN?

SAN steht für Storage Area Network, womit es gewisse Ähnlichkeiten zu NAS-Systemen aufweist. Der Aufbau ist allerdings komplett anders und auf extreme Datenbelastungen und permanente, sehr hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Ein solches Netzwerk ist in den häufigsten Fällen per Glasfaserkabel an diverse Server innerhalb eines Unternehmens angebunden. Hinter dem Netzwerk selbst stehen zahlreiche RAID-Arrays, die Speicherplatz über dieses Netzwerk bereitstellen. Welche RAID-Verbunde das sind, hängt natürlich vom jeweiligen Unternehmen ab.

Durch die Anbindung per Fibre Channel, wie die Schnittstelle offiziell genannt wird, werden Datenraten von etwa 1,6 Gigabyte pro Sekunde möglich. Dabei handelt es sich natürlich um eine Größenordnung, welche für normale Unternehmen hoffnungslos überdimensioniert ist. SAN-Systeme sind somit ausschließlich Lösungen für große und entsprechend finanzstarke Betriebe.

Die Server, die an das SAN angeschlossen sind, verteilen anschließend die vorhandenen Daten weiter an die Mitarbeiter. Es handelt sich dabei somit um ein großes, firmeninternes Speichernetzwerk, das ungeheure Datenmengen bei ebenso enormen Geschwindigkeiten bereitstellen kann.

Vorteile des SAN

Die Vorteile liegen zwar hauptsächlich in den Bereichen Geschwindigkeit und Speicherkapazität, doch auch andere Punkte löst ein SAN wesentlich besser als vergleichbare Systeme. Im folgenden Abschnitt sind die wichtigsten Aspekte daher übersichtlich dargestellt.

Geschwindigkeit

SAN-Lösungen können, wie bereits erwähnt, Daten mit derzeit etwa 1,6 Gigabyte pro Sekunde übertragen. Keine andere verbreitete Lösung kann an diesen Wert herankommen. Allerdings darf es in der Praxis auch gar nicht anders sein, denn ansonsten würden die Speicherkapazitäten, die ein solches Netzwerk bereitstellt, viel zu viel Zeit benötigen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen.

Hohe Redundanz

Die RAID-Arrays hinter den SAN-Lösungen sind normalerweise sehr redundant ausgelegt. In den meisten Fällen kommen diverse RAID-5- oder RAID-6-Lösungen zum Einsatz, häufig auch in Kombination mit RAID 1 oder RAID 0. Dadurch wird entweder der Datendurchsatz der Festplatten gesteigert oder durch Spiegelungen ein weiteres Fangnetz für etwaige Probleme aufgestellt.

Große Toleranz gegenüber äußeren Einflüssen

SAN-Systeme können an einem beliebigen Ort auf dem Firmengelände angelegt werden. Das ist insofern hilfreich, als dass diese Systeme natürlich einem gewissen Schutz unterliegen müssen. Würde ein SAN-System Schäden davontragen, wären die Auswirkungen auf den Geschäftsalltag des Unternehmens wahrscheinlich katastrophal. Die dazugehörigen Festplatten können somit im Prinzip an jedem beliebigen Ort aufgestellt werden – und das sogar mehrmals.

Es könnten etwa zwei identische Systeme an weit voneinander entfernt liegenden Orten aufgebaut werden, um so im Falle eines Unfalls – also etwa Feuer, Wasserschäden oder auch menschlich verursachte Probleme – nicht das gesamte System mit in den Abgrund zu reißen.

Das klingt vielleicht anfangs nach etwas zu viel des Guten, doch dabei muss bedacht werden, dass SAN-Lösungen permanent zur Verfügung stehen müssen. Diese Systeme werden von Unternehmen genutzt, welche eine ständige Verfügbarkeit nicht nur auf ihrer Wunschliste stehen haben, sondern welche tatsächlich zwingend darauf angewiesen sind. Die hohe Unfalltoleranz zählt daher zu den Stärken von SAN-Systemen.

Hohe Leistung, hoher Preis

In den angesprochenen Umgebungen zählen SAN-Lösungen sicherlich zu den besten Systemen, allerdings muss bedacht werden, dass diese Gerätschaften auch einen horrenden Preis mit sich bringen. Die Kosten für die Hardware an sich und die Wartungskosten sind enorm hoch.

Außerdem muss bedacht werden, dass meist aus Kompatibilitätsgründen Hardware eines einzigen Herstellers für den Aufbau des gesamten SAN genutzt wird. Dies ruft natürlich eine gewisse Abhängigkeit gegenüber diesem Hersteller hervor, so dass hier ein wenig Weitsicht gefordert ist. Meist empfiehlt sich daher der Griff zu einem großen und etablierten Hersteller, der allerdings selbstverständlich auch häufig zu den teuersten zählt.